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TheEffiShop
15.6.06 09:09


Die Kälte in den erloschenen Feuern durchzieht eine wahre Nacht in den Nerven, bis diese langsam, langsamer, langsamer, als man es sich vorstellen könnte - quälend langsam - bis diese Nerven bis zum Zerreißen gespannt sind. Die quälende Langsamkeit zieht sich hin, es vergehen Leben in Sekunden, bis eine schmerzhafte Erlösung naht und Nervenenden mit dem Geräusch von Fingernägeln, die herausgerissen werden, ohne ein weiteres Wort zerfetzt werden. Ich sehe Menschen, wie sie vor diesen Nervenenden stehen und befürchte, ihnen könnte schwindeln, von dem ohrenbetäubenden Geräusch, doch sie nicken nur zufrieden und machen sich wieder auf den Weg. Nerven, die zerrissen werden gehören in unserer Gesellschaft der Voyeure zu den beliebtesten Touristenattraktionen. Ich muss sagen, es macht schon Spaß, vor allem, wenn man noch einige Minuten verweilt und neue Nerven in die Zelle getragen werden, fast andächtig, um sie einer neuen Meute von Schaulustigen hinter der Glasscheibe präsentieren zu können. Die traurigen Überreste von blutiger Masse werden schnell und mit angehaltenem Atmen entfernt, jedenfalls habe ich immer das Gefühl, dass es so geschieht, denn diejenigen, die es tun, wagen nicht, einen Blick hinter das Glas zu werfen, aus Angst, jemand anderes als ich könnte dahinter stehen und sie beobachten. Eines Tages war es auch so weit, ich konnte Menschen aufhalten, sie stören in ihrem friedlichen Tagesablauf und sie zwingen, dem Schauspiel der Reinigung beizuwohnen. Sie gaben sich schrecklich ignorant. Ignorant ist hier tatsächlich das passende Wort, denn sie ignorierten die Sache einfach. Erst wurden starre, entsetzte, tote Blicke auf hektische Personen geworfen, die mit Gummihandschuhen Nervenfetzen entfernten, dann kurz nachgedacht und sich wieder dem eigentlichen Thema, eine spannende Nebensächlichkeit von keinerlei Bedeutung, zugewandt. Ich war enttäuscht und lief einige Schritte hinter diesen Menschen hinterher, in der Hoffnung, dass sie sich doch noch in irgendeiner Weise zu dem eben gesehenen äußern würden, aber auch hier wurde ich enttäuscht. Kurz ließ man mir einen erzürnt verwirrten Blick zukommen, ein sicheres Zeichen, dass man mich mit Mitleid bedachte und gleichzeitig für gefährlich hielt. Dann wartete ich, ließ die Menschen verschwinden aus meinen Gedankenbereich und ließ mich selbst treiben in das hässlich erstickende Gefühl von nicht zu leugnender Schärfe. Ich spürte, wie sich die wahre Nacht in meinen Nerven festsetzte und sie langsam, langsamer, als man es sich vorstellen könnte - quälend langsam - spannte.
5.6.2006
6.6.06 11:28


Leider kann ich nicht leugnen, dass die Wahrheiten von Innen niemals sterben werden. Selbst, wenn es nur einen kurzen Augenblick betreffen würde, ich kann es nicht. Zwar gibt es tausende von Dingen, die man nicht kann und die dennoch getan werden, aber mittlerweile betrifft mich das nicht mehr, so krank wie alles um mich herum geworden ist. Fast habe ich Spaß daran, die Krankheiten zu beobachten, langsame, schmerzende, zärtliche Krankheiten, auf die ich fast neidisch bin, wäre ich doch selbst gerne so langsam, schmerzend und zärtlich. Der Tag wurde zu einem unregelmäßigem Schauspiel aus Dunkelheit und Nichtdunkelheit, aus Warten und Nichtwarten und aus Nichthoffen und Nichtnichthoffen. Ich kann die Momente nicht mehr zählen, in denen es um weniger geht als um Nichtigkeiten, wenn ich hier so sitze, nur in Gesellschaft mit dir und Charlotte Arand, der sich verwirrt in die Finger beißt und nicht weiß, dass ihm gewichtige Dinge fehlen, um das zu erreichen, was er wirklich will. Ich kann mich nicht um ihn kümmern, genauso wenig, wie du ihn ansehen kannst, wenn Blut langsam aus den Bisswunden tritt, die du ihm keine drei Sekunden zuvor zugefügt hast. Vielleicht gefällt mir meine Rolle als Beobachter nicht mehr und vielleicht mag ich es auch nicht, wenn Arand salzige Tränen in Wunden fließen lässt, aber daran werde ich genauso wenig ändern wie an dir, weil du genau so sein solltest, wie du zu sein scheinst und nicht einmal mehr Arand kann etwas daran ändern. Das ist eine dieser Wahrheiten von Innen, die nur einen kurzen Augenblick betreffen und deren Nichtsterben nicht geleugnet werden kann, weder von dir noch von Charlotte Arand.
30.05.06
1.6.06 11:32


Der jammernde junge schreit, als würde es wirklich schmerzen, wenn man ihm die finger bricht, ich denke o gott, warum hört er nicht auf, mein kopf verarbeitet es schon lang nicht mehr, er muss es wissen, er sollte es wissen, dafür ist er hier, ich sehe leid in seinen augen, die drogen lassen nach, warum weint er weiter, ich wollte glauben, er sei ein kind, um ihn befreien zu können, doch ich habe mich geirrt, eine welt, die zu grausam für diese art von kind ist, er liegt auf dem boden, ich würde mir sorgen machen, wenn ich nur könnte, doch irgendetwas zerfrisst mich von innen, es sind katzen, ich sehe es ganz deutlich, sie denken, fleisch wäre ein weg, doch es ist keiner, ich kann es ihnen nicht sagen, sie hören nicht zu und oh gott dieser junge, warum hört er nicht auf zu jammern, tränen, die mich nicht interessieren, schreie, solange dich jemand hört, ich will es nicht wissen, es ist egal, was du jetzt sagst, hier gibt es dich nicht, nirgends habe ich platz für dich gefunden, die katzen zerfressen mich, es ist fast angenehm, darüber den jungen zu vergessen, ich wünschte, man hätte ihm nicht die finger gebrochen, doch es ist nun einmal so, ich akzeptiere das und er sollte es auch, doch er schreit so schrecklich, warum hört er nicht auf, ich habe nicht die kraft, danach zu fragen, warum nur liegt er hier, ich habe ihn nicht darum gebeten, doch er geht nicht weg, auch wenn ich ihn nicht darum bitte, ich bete, wie es millionn vor mir getan haben, doch ich werde nicht erhört, die stimme ist zu laut, meine gedanken nicht frei genug, warum denkt er, er könnte schmerzen spüren, er, der noch nicht einmal weiß, was schmerz wirklich bedeutet, oh, die katzen hören nicht auf, kaum noch wärme in meinem körper, sie hören nicht auf, ich wünschte, ich könnte das blut nicht sehen, aber ich darf nicht leugnen, ich muss akzeptieren, nein, nein, warum ist er nicht ruhig, nach allem, was ich für ihn getan habe, ich gab ihm liebe zu trinken und er erhörte mich nicht, nur ein bisschen ruhe, mehr verlange ich nicht, doch er scheint dumm genug zu sein, um selbst das zu ignorieren, ignorieren, ich würde ihn gerne ignorieren, aber das geschrei lässt mich nicht los, die vorwürfe sind klar, doch unrelevant, es ist stille die ich brauche, keine einsame stille, ich brauche ihn still, den jungen, der schreit und jammert und nicht still sein will.
Ich langweile mich so schrecklich.
22.5.06 12:11


So, mein gut infomierter PB-Lehrer machte unseren riesigen Kurs (für alle, die es nicht wissen: 4 Leute) heute auf eine Aktion von PETA aufmerksam:

"PETA will Menschen grillen

Hatte die internationale Tierrechtsorganisation PETA bisher vor allem mit medienwirksamen Promi-Einsätzen (Pamela Anderson & Co) und umstrittenen KZ-Tierfabriks-Vergleichen von sich reden gemacht, geht's nun ans Eingemachte: Menschen Grillen!

PETA bittet Gunther von Hagens, Erschaffer der weltberühmten "Körperwelten", einer Wanderausstellung mit menschlichen Leichen und Körperteilen, ihnen eine seiner intakten Leichen für ein öffentliches Barbecue zu spenden oder zu verkaufen."

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17.5.06 12:18


^^

tja... da sieht man mal, wozu es führt, wenn man seine Karten nicht rechtzeitig besorgt^^...

11.5.06 12:43


Ich wünschte, ich würde endlich aufhören, den Horizont zu sehen. Die Aussicht verändert sich nicht, genauso wenig, wie sich das Gefühl verändert, das man bei ihrem Anblick hat. Ich bin müde von dem Gefühl der Sehnsucht nach anderen Horizonten. Weil ich weiß, dass es dennoch immer der selbe sein wird. Ich bin übersättigt vom pastellenen Farbenspiel der Natur, das sich jeden Morgen, wie eine ordinäre Touristenattraktion, vor meinen Augen abspielt. Aufstehen ist nicht ein mal das Schlimme an der Sache, sondern vielmehr das Einschlafen, da das immer in dem Wissen geschieht, dass es ein weiteres Aufwachen geben wird. Vor Jahren noch war das nicht anders – mein Voyerismus entwickelte sich schon damals in eine andere Richtung, da mich die schamlose Vorstellung langweilte, die das Licht ablieferte. Ich war entsetzt, angeekelt von sich verschiebenden Wolken vor einem sich wandelnden Hintergrund – das Spiel aus Rot, Orange, Blau und Violett zerrte an meinen Nerven, war allerdings grausam genug, um mich nicht blind werden zu lassen. Die Menschen musste dieser kranke Einblick in die Perversionen der Natur abgestumpft haben. Die Übelkeit der Menschheit durchzieht noch heute jeden Morgen meinen Kopf, nicht in der Lage, einen anderen Ort zu finden. Dann, nach endlosen Minuten war es vorbei. Die Krämpfe der Erschütterung lösten sich wieder und der Tag konnte nun wirklich beginnen.
Ich begann damit, Angel Dust von toten Körper zu lecken.
4.4.06
9.5.06 08:44


Sie sind verdreckt und keiner hat sie gern - halte dich von diesen Kindern fern (Part II)

Musste mich gerade wieder eine Diskussion mit meinen lieben Mitschülern Michael und Michael stellen, in dem eines unserer Lieblingsthemen zur Sprache kam: Kinder.

Kt hat ja schon einen sehr wertvollen Beitrag mit ihrem Kommentar geliefert, aber hier mal eine etwas seriösere Variante, also eine Umfrage, gefunden bei dia-vorsorge
Die am häufigsten genannten Gründe, die aus der Sicht von Kinderlosen gegen Kinder
sprechen:
• Finanzielle Belastung wäre zu groß (47 % der Befragten)
• Zu jung für Kinder (47 %)
• Unvereinbarkeit mit beruflichen Plänen (37 %)
• Partnerschaft nicht stabil genug (28 %)
• Angst vor dem Verlust von Freiräumen (27 %)
Seltener genannt werden als Gründe gegen Kinder:
• Betreuung der Kinder wäre nicht gesichert (14 %)
• Kein Vertrauen in die eigene Fähigkeit ein Kind zu erziehen (12 %)
• Partner(in) möchte kein Kind haben (6 %)
• Gesundheitliche Probleme (4 %)
4.5.06 11:58


Meine allereigenste erste Kampange!

Leicht angelehnt an der von PETA, aber ich finde, es ist dennoch ok.

30.4.06 22:53


kurze Momentaufnahme

Feinen Menschen muss man geben
was sie wünschen ,
es ist eben eine Pflicht – nichts ist wichtiger als dies,
mein Prinz,
gib unserem Leben Sinn
mein Prinz,
wir geben uns dir hin.
(Tocotronic)

Trotz extrem gutem seelischen Zustand der letzten Zeit fehlt jede Motivation zum schreiben, was wohl ein ziemlich hoher Preis für Glück in Dosenform ist... sitze hier umrahmt von zwei Flaschen Wasser, eine voll, die andere leer und würde gerne ein Wortspiel zusammenstellen, in dem die Sache mit dem „Das Glas ist nicht halb leer, sondern halb voll“ vorkommt, meine Gedanken kriechen aber wie in Watte, also nur sehr langsam vorwärts, so dass ein kreativer Schub in diese Richtung ausbleibt.
Habe ein ekelhaftes Déjà-vu, in dem es mir so vorkommt, als würde die Zeit stehenbleiben und man sammelt Gedanken, um Dinge zu tun, die nicht nur sehr angenehm, sondern auch notwendig sind, um dann irgendwann festzustellen, dass die Zeit eben doch nicht stehengeblieben ist und man den entscheidenden Punkt verpasst hat. (Leicht an dem Satz „Ich geh‘ dann mal.“ zu erkennen) Genau das hat also meine tolle leeres Glas/volles Glas – Idee gesagt und ist gegangen, ohne dass ich mich eingehender mit ihr beschäftigen konnte.
Reiße mich aus Déjà-vu los, indem ich die leere Flasche aus meinem Blickfeld verschwinden lasse und etwas aus der vollen trinke: Sie ist nun zu ca. 1/10 leer.
Laufe noch immer, wie man merkt, meinen Gläsern hinterher, wenn auch mittlerweile etwas verloren. Es ist ungewöhnlich viel Zeit vergangen und ehe ich eine weitere halbe Stunde (soviel ist von der Überschrift bis zur jetzigen Zeile verstrichen – und das ist wirklich schrecklich, schrecklich jämmerlich.) mit dem Beschreiben vergangener und jetziger Zustände und deren Zusammenhang verbringe, beende ich das Drama mit dem Wunsch nach etwas beruhigendes, das meine wattigen Gedanken von Watte befreit, aber ich wüsste nichts, was das auf Anhieb schaffen könnte. Dann wieder zurück zur Momentaufnahme: „Ich geh‘ dann mal.“ zerreißt die Watte und hinterlässt einen kleinen, kränklichen Schmerz im Hinterkopf. Denke an das Schlafen und daran, dass ich es wohl zu selten tue, als dass ich etwas davon verstehen könnte. Muss mich hinlegen, um zu schlafen, das habe ich gelernt. Darf nicht daran denken, einzuschlafen, auch das habe ich gelernt. Ich die Anspannung muss verschwinden, sonst artet es aus: In stundenlanges Luftanhalten, wie man meinen möge, aber auch hier steht die Zeit: und man hat wieder den Zeitpunkt verpasst, zwischen Wachsein und schlafen, zwischen Ekstase und Ohnmacht, zwischen kindlichen Orgasmen und Tod. Dieser Zeitpunkt, vielleicht eine Stunde, vielleicht nur wenige Sekunden, hätte mich in Schlaf treiben können, hätte ich nur in ihm rechtzeitig und intensiv ein klein wenig Schmerz gespürt, das Fenster geöffnet und das Blut weggewischt, aber wie schon seit Monaten geht es nicht mehr – vielleicht bin ich krank? – und so werde ich mit pulsierendem Zweifel (und schon wieder das altbekannte „Ich geh‘ dann mal.“) die Augen schließen und in Alpträumen, bestehend aus dem Wissen, dass ich nichts, nichts, nichts hinterlassen werde, in eine leise, krankhafte Ahnung von Schlaf verharren, bis entweder meine angespannten Nerven oder kaltes Licht mich wecken möge.

Soviel dazu, und ich bin überrascht, wie gut es geklappt hat. Habe wieder großes, schwarzes, künstlerisches Nichts in mir, Nervenenden in Kopf und Fingern sind quälend angespannt und genau das scheint zu sein, was mich endlich aus der monatelangen Unpünktlichkeit retten wird. Denke, heute Nacht werde ich den perfekten Zeitpunkt wiederfinden und auch das nächste reale „Ich geh‘ dann mal.“ vermeiden können.
30.4.06 19:06


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